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Konnichiwa Yuki - Unsere Praktikantin aus Japan

Den meis­ten unse­rer Kun­den wird sie wohl kaum auf­ge­fal­len sein. Still und unschein­bar steht ihre klei­ne schma­le Erschei­nung im Hin­ter­grund unse­res Hof­la­dens und hackt flei­ßig Kür­bis, wäscht Grün­kohl, puhlt Gra­nat­ap­fel­ker­ne oder bün­delt Kori­an­der. Yuki Nakata­ni (20) ist seit Anfang Dezem­ber als Prak­ti­kan­tin im Hof­la­den Coe­nen beschäf­tigt und lernt hier alles rund um den Anbau, die Ern­te, die Ver­ar­bei­tung und Ver­mark­tung des haus­ei­ge­nen Gemü­ses. Im Rah­men ihres Stu­di­ums zur Agrar-Inge­nieu­rin absol­viert sie ein pra­xis­ori­en­tier­tes Aus­lands­jahr bei ver­schie­de­nen Land­wirt­schafts­be­trie­ben in Deutsch­land und in Hol­land. Beson­ders inter­es­sie­ren sie das Hof­la­den-Manage­ment und die Abläu­fe auf den Ver­kaufs­stän­den an Markt­ta­gen. Denn in Japan gibt es kei­ne Hof­lä­den oder Wochen­märk­te. Yuki hat des­halb in alle Betriebs­tei­le geschnup­pert, die mit den Berei­chen Hof­la­den und Wochen­märk­ten zusam­men­hän­gen. Ihr Ziel: Sie möch­te die hier gesam­mel­ten Erfah­run­gen nut­zen, um die Land­wirt­schaft ihrer Groß­mut­ter in der Nähe von Naga­sa­ki fort­zu­füh­ren – mit einem neu­en Kon­zept. Ger­ne wür­de sie euro­päi­sche Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren und Ver­mark­tungs­trends in den dor­ti­gen Fami­li­en­be­trieb imple­men­tie­ren, um sich bes­ser gegen­über den japa­ni­schen Mit­be­wer­bern zu posi­tio­nie­ren.

Ich selbst habe im Rah­men mei­ner eige­nen Aus­bil­dung auch ein 6-mona­ti­ges Prak­ti­kum in Japan gemacht. Das war eine unver­gess­li­che Erfah­rung, aus der ich ganz viel für mich und mei­ne spä­te­re beruf­li­che Pra­xis mit­ge­nom­men habe“, sagt Hof-Che­fin Ulri­ke Coe­nen. Seit­her gibt es eine enge Ver­bin­dung zum Deut­schen Bau­ern­ver­band e.V., der über die „Schor­le­mer Stif­tung“ regel­mä­ßig inter­na­tio­na­le Aus­tau­sche in der Bran­che orga­ni­siert. „Als ich davon hör­te, dass für eine jun­ge Japa­ne­rin eine Aus­bil­dungs­stät­te im Umkreis gesucht wur­de, fühl­te ich mich sofort ange­spro­chen, die­ses Mäd­chen bei uns auf­zu­neh­men und ihr etwas von unse­rem Wis­sen wei­ter­zu­ge­ben“, erzählt Ulri­ke Coe­nen. So kam Yuki zur Fami­lie Coe­nen.

Erstaun­li­cher­wei­se gibt es vie­le Gemü­se­ar­ten, die in Japan völ­lig unbe­kannt sind. Bei ihrem Besuch in Euro­pa lern­te Yuki bei­spiels­wei­se Rote Bee­te, Pak Choi und Fen­chel zum ers­ten Mal ken­nen… und lie­ben! An einem gemein­sa­men „Pro­jekt­tag“ pro­bier­te sie mit Ulri­ke Coe­nen zusam­men ver­schie­de­ne Rote Bee­te Rezep­te und Grün­kohl aus – natür­lich mit anschlie­ßen­den Ver­zehr. Yuki träumt davon, die­se und ande­re Gemü­se­sor­ten spä­ter ein­mal nach Japan impor­tie­ren und über den Gemü­se­be­trieb ihrer Oma ver­mark­ten zu kön­nen.

Ande­rer­seits gibt es offen­sicht­lich auch vie­le Gemü­se­ar­ten in Japan, die uns Deut­schen völ­lig unbe­kannt sind. In Zusam­men­ar­beit und im Auf­trag von Rai­ner und Ulri­ke Coe­nen führ­te Yuki eine Befra­gung unter japa­ni­schen Kun­den auf dem Büde­ri­cher Markt durch. Dabei frag­te sie, wel­ches Gemü­se die japa­ni­schen Mit­bür­ger bei uns ver­miss­ten und was sie gern frisch auf dem Markt kau­fen wür­den, wenn es denn die Mög­lich­keit dazu gäbe. Die Ergeb­nis­se der Umfra­ge sind höchst inter­es­sant und wer­den zur­zeit noch aus­ge­wer­tet. So haben Rai­ner und Ulri­ke Coe­nen sicher Stoff zum Nach­den­ken über ihr Ange­bots­sor­ti­ment, auch dann noch, wenn Prak­ti­kan­tin Yuki schon nicht mehr bei ihnen ist. Denn schon am 28. Febru­ar endet ihr Prak­ti­kum auf dem Rosen­hof in Driesch. Dann heißt es „Sayo­na­ra“ und Yuki fliegt zurück in ihre Hei­mat. Das Team vom Hof­la­den Coe­nen ist jetzt schon trau­rig, denn wir haben Yuki in der kur­zen Zeit sehr ins Herz geschlos­sen. Wir hof­fen, Sie behält uns in guter Erin­ne­rung und natür­lich wün­schen wir ihr viel Glück und alles Gute für ihre Import-Gemü­se­vor­ha­ben in der Zukunft!

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